Heizen mit Erdwärme

    Erdw√§rme, auch als Geothermie bezeichnet, ist W√§rme, die aus dem Untergrund gewonnen wird. Hierbei wird zwischen der oberfl√§chennahen Geothermie und der Tiefengeothermie differenziert. Die Tiefengeothermie bezeichnet die W√§rmegewinnung aus Tiefen unterhalb 400 Metern. F√ľr den Privathaushalt ist die Erdw√§rmegewinnung aus solchen Tiefen bedeutungslos, von Interesse ist hier nur die oberfl√§chennahe Geothermie.

    W√§rme mit Erdw√§rmesonde f√ľr Privathaushalte

    Hierbei wird die W√§rme des Bodens, die bereits in geringe Tiefe im Jahresverlauf weitgehend konstant und vom Wetter unabh√§ngig ist, indirekt √ľber R√∂hren mit einem K√§ltemittel entzogen. Bei Erdw√§rmesonden, der h√§ufigsten Bauform von Anlagen zur Erdw√§rmegewinnung, werden diese R√∂hren in senkrechten Bohrl√∂chern eingebracht. Das K√§ltemittel in den Sonden nimmt die Erdw√§rme auf und gibt sie dann im Haus an einen W√§rmetauscher ab.

    Was ist eine Erdwärmesonde?

    Erdw√§rme Bohrger√§t von GRD Erw√§rmegewinnung, tracto-technikDie Tiefe von Erdw√§rmesonden liegt im Dekameterbereich. Bei der Festlegung der Bohrtiefe werden sowohl wirtschaftliche als auch genehmigungsrelevante Sachverhalte verkn√ľpft.

    Grundsätzlich arbeitet eine Erdwärmesonde besonders effektiv, wenn sie in einer tiefen Bohrung eingebracht ist.

    Allerdings steigen die Bohrkosten pro Bohrmeter mit der Tiefe an. Eine 300 Meter tiefe Bohrung ist deutlich teuerer als drei Bohrungen von je 100 Meter Tiefe. Ab einer Bohrtiefe von 100 Metern wird neben den umweltbeh√∂rdlichen Genehmigungen (Kommunalebene) auch noch eine bergrechtliche Erlaubnis (Landesebene) erforderlich. Daher wird die Bohrtiefe f√ľr Erdw√§rmesonden f√ľr die private Nutzung in der Regel auf 100 Meter beschr√§nkt.

    Welche b√∂se √úberraschungen und Probleme k√∂nnen bei Erdbohrungen auftauchen?

    Bohrkopf f√ľr eine Tiefenbohrung f√ľr Erdw√§rmeheizungAber auch in diesem recht geringen Tiefenbereich k√∂nnen √úberraschungen warten. In tektonisch stark √ľberpr√§gten Gebieten k√∂nnen auch Geologen nicht mit Sicherheit vorhersagen, welche Verh√§ltnisse beim Bohren angetroffen werden. Komplexe Verh√§ltnisse, etwa gespanntes Grundwasser, St√∂rungen der Schichtstrukturen oder Salzstockaufw√∂lbungen k√∂nnen zu unerw√ľnschten Auswirkungen an der Erdoberfl√§che oder zu Beeintr√§chtigungen von Grundwasserk√∂rpern f√ľhren.

    Die Bohrarbeiten m√ľssen daher bei den Umwelt√§mtern der Kommunen angezeigt und genehmigt werden. Innerhalb von Trinkwasserschutzzonen wird h√§ufig ein vorheriges hydrogeologisches Gutachten oder die √úberwachung der Bohrarbeiten durch einen Hydrogeologen zur Auflage gemacht. Wenn zu bef√ľrchten ist, dass die Bohrungen unterschiedliche Grundwasserstockwerke verbinden, werden sie in der Regel nicht genehmigt. In einigen L√§ndern wie zum Beispiel Niedersachsen (NIBIS-Datenbank) halten die Landesbeh√∂rden Kartenwerke bereit, aus denen die Nutzungsbedingungen f√ľr Erdw√§rme abzulesen sind.

    Wieviel kostet eine Erdwärmeheizung?

    Die Kosten f√ľr eine Erdw√§rmesonde h√§ngen nat√ľrlich von den Untergrundverh√§ltnissen ab. In einem Sandboden sind sie geringer als im Festgestein. Als sehr grober Anhaltswert f√ľr ein Einfamilienhaus kann von Kosten im Bereich von 10.000 Euro bis 15.000 Euro f√ľr drei Sonden mit je 80 bis 100 Meter Tiefe ausgegangen werden.

    Wenn die Erdw√§rmesonden im Untergrund installiert sind, erfolgt die Nutzung der Erdw√§rme √ľber eine W√§rmetauscheranlage, die im Haus untergebracht ist. Der W√§rmetauscher entzieht der Fl√ľssigkeit in dem R√∂hrensystem, das in den Erdw√§rmesonden zirkuliert, die W√§rmeenergie. Die abgek√ľhlte Fl√ľssigkeit wird dann wieder in den Untergrund verbracht. Es handelt sich also um ein geschlossenes System, in dem kein Stoffaustausch, sondern nur eine W√§rme√ľbertragung erfolgt.

    Die Kosten f√ľr die W√§rmetauscher Anlage schlagen je nach Gr√∂√üe und Ausstattung nochmals mit einigen tausend Euro zu Buche. Insgesamt ist f√ľr eine Erdw√§rmeheizung mit den Erdw√§rmesonden und den Hausinstallationen also grob von einem Investitionsaufwand von 15.000 bis 20.000 Euro auszugehen.

    Im Ergebnis wird damit eine zukunftssichere und saubere W√§rmeversorgung des Hauses erreicht, die den Hausbesitzer ein St√ľck unabh√§ngig von den zu erwartenden Energiepreissteigerungen der Zukunft macht. Ausserdem kann die W√§rmepumpe an heissen Sommertage auch zur K√ľhlung im Haus genutzt werden.

    Borex Bohrger√§t zur Erdw√§rme-Bohrung f√ľr Tiefensonden, Hannovermesse
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